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Die Verwertung von Nährstoffen


Thomas Klein - 2. April 2012

 

Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen Diät (diet) und Ernährung (nutrition).
Diät bezeichnet das, was gegessen wird; Ernährung umfaßt hingegen all die Nährstoffe, die aufgenommen und verwertet werden.      David Watts

 

Die reichliche Zufuhr von Nährstoffen muß noch lange nicht mit ihrer guten Aufnahme und Verwertung verbunden sein. Diese oft unbeachtete Tatsache sorgt für viele Mißverständnisse, Irrtümer und Trugschlüsse in der Ernährungswissenschaft, aber auch bei Gesundheitsinteressierten, Patienten und Therapeuten.

Es genügt also nicht, nur den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln zu betrachten.

 

Die metabolische und biochemische Individualität

Zwischen den Menschen gibt es große Unterschiede, wie sie Nährstoffe aufnehmen, verwerten und ausscheiden. Deshalb ist es unsinnig, Bedarfswerte anzugeben. Denn diese können für einige Menschen ausreichend bemessen, für andere jedoch unzureichend sein.

Die unterschiedliche Leistungsfähigkeit, etwa der Nieren und der Enzymsysteme, können genetisch oder epigenetisch bedingt sein, wobei epigenetische Differenzen weitaus häufiger sind. Einige Wissenschaftler vertreten die Meinung, daß dies nur zu wenigen Prozent an den Genen liegt und die epigenetische Aktivierung der Gene entscheidend ist.

Außerdem bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede. So können Frauen im Durchschnitt Magnesium etwas besser verwerten als Männer, dafür aber während der fruchtbaren Jahre vermehrt Eisen mit der Monatsblutung verlieren, was bei Eisenmangel ein Nachteil und bei der häufigen latenten Eisenüberlastung im Alter ein Vorteil ist.

Unterschiede können auch auf degenerative Schäden zurückzuführen sein. Diese können reversibel oder irreversibel, also bleibend sein.

Wenn zum Beispiel die Nieren aufgrund bestimmter Schäden und gestörter Enzymsysteme weniger Mineralstoffe aus dem Primärharn ins Blut zurückgewinnen, so werden mehr Mineralstoffe über den Urin ausgeschieden. Die Betroffenen müssen sich mehr Mineralstoffe zuführen, um die Verluste auszugleichen. Die biochemische Individualität erklärt, weshalb einige Menschen mit einer bestimmten Ernährung gut zurechtkommen, während andere unter Mangelbeschwerden und Erkrankungen leiden.

Die Nährstoffverwertung wird zudem von vielen Einflußfaktoren bestimmt, die sich jederzeit ändern können.

 

Die Einflußfaktoren auf die Nährstoffverwertung

Die Verwertung von Mineralstoffen, Vitaminen und anderen Nährstoffen wird durch viele Faktoren bestimmt:

  1. die Stoffwechselrate;
  2. die Aktivität des Nervensystems;
  3. die Aktivität der endokrinen Drüsen;
  4. die Verfügbarkeit von Nährstoffen in der Nahrung (auch abhängig von der Nahrungsmittelkombination);
  5. der Nahrungsmenge;
  6. die Gesundheit und Funktion der Verdauungsorgane, inklusive all ihrer Enzymsysteme;
  7. die Verwertung von Nährstoffen durch die Zellen;
  8. Synergismen und Antagonismen von Vitaminen und Mineralstoffen;
  9. Synergismen und Antagonismen mit Makronährstoffen;
  10. die Kapazität der Ausscheidungsorgane zur Rückgewinnung von Nährstoffen;
  11. die Belastung durch Stoffwechsel- und Umweltgifte (endogene und exogene Gifte);
  12. die Lebensbedingungen, besonders Streß.

 

Die Stoffwechselrate

Die Stoffwechselrate wird wesentlich durch das System der endokrinen Drüsen und das Nervensystem bestimmt, diese werden wiederum von Lebensweise und Lebenseinstellung beeinflußt. Streß erhöht zum Beispiel die Stoffwechselrate.

Männer haben eine höhere durchschnittliche Stoffwechselrate als Frauen, ein Grund, weshalb Männer im allgemeinen einen höheren Nährstoffbedarf haben. Der geringere Kalorienverbrauch infolge der niedrigeren Stoffwechselrate ist ein wesentlicher Grund für die durchschnittlich höhere Lebenserwartung von Frauen.

 

Die Aktivität des Nervensystems

Das sympathische und parasympathische Nervensystem haben Einfluß auf die Stoffwechselrate und das System der endokrinen Drüsen, damit auch auf die Aufnahme, Verwertung und Ausscheidung von Vitaminen und Mineralstoffen.

 

Die Aktivität der endokrinen Drüsen

Die Stoffwechselrate wird über Hormone gesteuert, die von den endokrinen Drüsen ausgeschüttet werden. Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) reguliert das neuroendokrine System wie ein Dirigent das Orchester. Die Schilddrüse spielt auch eine zentrale Rolle, ähnlich einer ersten Geige.

Über Nahrung und Trinkwasser aufgenommene hormonähnliche Stoffe (z.B. in Sojabohnen enthalten oder organische Pestizide) haben ebenfalls Einfluß auf den Hormonhaushalt und damit auf die Verwertung von Nährstoffen

Auch die Haut wirkt als endokrines Organ, wenn sie unbekleidet der Sonne ausgesetzt wird. Bei UVB-Bestrahlung wird Vitamin D gebildet, dessen aktivierte Form für Aufnahme und Verwertung von Kalzium unersetzlich ist. Dabei geht es nicht nur um die absolute Verfügbarkeit von Kalzium, sondern auch um die richtige Relation zu Vitaminen und anderen Mineralstoffen. Ungleichgewichte können gravierende Folgen haben (mehr zu den Erfolgen mit der Vitamin-D-Therapie in dem Buch Gesund in sieben Tagen ).


 
Dr. med. Raimund von Helden

Gesund in sieben Tagen

Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie

Taschenbuch - 14,80 Euro

Vitamin-D-Mangel ist die Ursache vieler Erkrankungen und weit verbreitet. Starker Mangel kann zu Krämpfen, Muskelzucken und Muskelschmerzen führen, zu Unruhe, Schlafstörungen und Depression, zu Erschöpfung, Schwäche, Rücken- und Kopfschmerzen, Kältegefühl in Händen und Füßen sowie Kreislauf- und Durchblutungsstörungen.
Bei all diesen Beschwerden und Erkrankungen ist oft eine schnelle Besserung und dauerhafte Heilung möglich.



















Beim Sonnenbaden wird zudem die wohldosierte Ausschüttung von Wachstumshormonen wie Testosteron gefördert. Auch werden Endorphine gebildet, die ein Gefühl der Beglückung und des Wohlbefindens vermitteln. Streßhormone werden mit Hilfe der Sonne schneller abgebaut und Giftstoffe besser ausgeschieden (mehr darüber in dem Buch Sonnenlicht – das größte Gesundheitsgeheimnis). All das beeinflußt wesentlich den Hormonhaushalt und damit die Verwertung von Mineralstoffen und die Wirksamkeit von Vitaminen.

Sonnenschein und helles Tageslicht wirken über die Augen stimmungsaufhellend und anregend auf die Aktivität der endokrinen Drüsen. Auch dadurch werden Streßhormone schneller abgebaut. Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen hingegen verursachen Lichtstreß und regen die Ausschüttung von Streßhormonen an, wodurch der Mineralstoffhaushalt gestört wird. Lebenswichtige Mineralstoffe werden vermehrt über die Nieren ausgeschieden.




 
Thomas Klein

Sonnenlicht

Das größte Gesundheitsgeheimnis
 
Sonnenmangel und seine schwerwiegenden Folgen


Taschenbuch - 18,80 Euro

Sonnenlicht verhilft zu Gesundheit und Wohlbefinden, zu Tatkraft, Lebensfreude und geistiger Frische. Es verbessert die körperliche Verfassung, vor allem Muskelkraft und Ausdauer. Sonnenlicht trägt maßgeblich zur Verhütung und Heilung zahlreicher Erkrankungen bei.



















 

Die Verfügbarkeit von Nährstoffen

Phytinsäure, Oxalsäure und Gerbstoffe binden Kalzium, Magnesium, Phosphat, Zink und Eisen, die dann nicht aufgenommen werden können und ungenutzt gleich über den Darm ausgeschieden werden.

 

Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Verdauungsorgane

Echter Hunger und gesunder Appetit zeigen, daß der Körper Nahrung braucht und zur Verdauung in der Lage ist. Die Verdauungskraft ist wesentlich vom Nahrungsbedarf abhängig. Deshalb sollte nur bei Hunger und gesundem Appetit gegessen werden. Dieser darf allerdings nicht mit Eß- und Naschsucht verwechselt werden.

Wenn der Appetit erst angeregt werden muß, dann ist es besser nichts zu essen und zu warten, bis sich Hunger einstellt. – Hunger ist der beste Koch.

Wird ohne Hunger und Appetit gegessen, wird der Körper durch unnötige Verdauungsarbeit belastet. Dies geht auch auf Kosten einer guten Nährstoffverwertung.

Wenn der Körper nicht zur Verdauung in der Lage ist, weil er wichtigere Aufgaben zu erfüllen hat, dann kann er die Nahrung nicht verdauen und selbst die gesündeste Nahrung wird zu Gift. Der Organismus wird durch Gärungs- und Fäulnisgifte im Darm belastet. Nicht Ernährung, sondern Vergiftung ist die Folge.

Die Kapazität des Körpers ist begrenzt, bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Nach einer reichlichen und schwerverdaulichen Mahlzeit ist man nicht in der Lage, Sport zu treiben. Wird dennoch trainiert, so wird die Verdauung gestört. Auch die geistige Arbeitsfähigkeit ist vermindert: Voller Bauch studiert nicht gern. Und wer sich abends den Magen vollschlägt, wird nicht gut schlafen, die Melatoninausschüttung wird blockiert und die Tiefschlaf-Regeneration behindert.

Bei schweren akuten Erkrankungen wie einer Lungenentzündung kann der Drang, auch ohne Hunger und Appetit zu essen, lebensbedrohlich werden. Der Körper braucht all seine Kraft zur Überwindung der Erkrankung und darf nicht durch Verdauung unnötig belastet werden.

 



Thomas Klein

Volkskrankheit Vitamin-B12-Mangel

Taschenbuch - 12,80 Euro

Vitamin-B12-Mangel ist weitverbreitet, wird aber oft nicht erkannt. Typische Beschwerden und Erkrankungen sind Antriebsschwäche, Apathie, Anämie, frühzeitiges Ergrauen der Haare, beschleunigte Alterung, allgemeiner gesundheitlicher Verfall, psychische Störungen, Depressionen, Abnahme des geistigen und körperlichen Leistungsvermögens, Vergeßlichkeit, Senilität, Demenz, unerklärliche Schmerzen infolge einer Nervenschädigung, Mißempfindungen, Taubheitsgefühle, Muskelzucken, Zittern, Hör- und Sehstörungen, Inkontinenz, multiple Sklerose und Parkinson-Krankheit.



















 

 

Richtig Essen

Wir brauchen Zeit und Ruhe beim Essen. Hastiges Hinunterschlingen der Nahrung wirkt nachteilig auf die Aktivität des Nervensystems und des endokrinen Systems.

Die Nahrung muß gut gekaut werden, um die Nährstoffe gut aufnehmen zu können. Das ist besonders wichtig bei Gemüse und Salat, also jenen Nahrungsmitteln mit der höchsten Nährstoffdichte. Die Stärkeverdauung beginnt im Mund durch Absonderung von Speichelamylase, ein stärkespaltendes Enzym. Dieses kann nur bei gründlichem Kauen auf den Nahrungsbrei voll und ganz einwirken.

Die Verdauung sollte ungestört erfolgen. Nicht nur körperliche Anstrengung stört, sondern auch Erregung und anderer seelischer Streß.

 

Die Gesundheit der Verdauungsorgane

Die Nährstoffaufnahme ist wesentlich von der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Verdauungsorgane abhängig.

Die Bewahrung gesunder Magen- und Darmschleimhäute sowie leistungsfähiger Enzymsysteme erfordert wiederum eine gesunde Ernährung. Durch Fehlernährung können die Verdauungsorgane geschädigt werden, was sich meist erst später zeigt. Die heutige Ernährung entscheidet somit auch über die künftige Verwertung von Nährstoffen. Fehlernährung hat also auch in dieser Hinsicht langfristige Konsequenzen.

Häufige Ursachen für chronische Entzündung und Degeneration der Darmschleimhäute sind zum Beispiel Gluten-Unverträglichkeit (die Zöliakie-Patienten sind nur die sichtbare Spitze des Eisberges der Glutenintoleranz), Agglutinine in Getreideprodukten (niemand verträgt sie und jeder Brotesser muß dafür seinen gesundheitlichen Tribut zahlen) oder Lektine in Hülsenfrüchten.

Auch konzentrierter Zucker wirkt schädigend auf die Darmschleimhaut, und das nicht nur durch Förderung von Pilzbefall (Darmmykose). Fabrikzucker enthält nur als leere Zuckerkalorien, keine Vitamine, Mineralstoffe oder Antioxidantien. Die Degeneration der Darmschleimhäute führt langfristig dazu, daß der Verzehr von Fabrikzucker negativ in die Nährstoffbilanz eingeht: Die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen anderer Nahrungsmittel verschlechtert sich.

Notwendig ist die Zufuhr von Faserstoffen über Obst und Gemüse, um eine gesunde Bakterienflora im Darm zu kultivieren, die für die Verwertung der Nahrung so wichtig ist.

Chronische Gärung etwa aufgrund der Überlastung durch zu viel Zucker oder Stärke, durch Laktose- und Fruktose-Intoleranz, schädigt gleichfalls die Darmschleimhäute. Noch folgenschwerer ist die Fäulnis im Darm, etwa infolge des reichlichen Verzehrs schwerverdaulicher Fleischspeisen.

Die Verdauungsorgane können auch durch Umweltgifte wie Fluorid (in Dentalprodukten enthalten) geschädigt werden. Schon geringe Mengen führen zu Schleimhautblutungen und auf Dauer zur Degeneration der Darmschleimhaut.

Nicht zuletzt erfordert die gute Aufnahme von Nährstoffen gründliches Kauen, was wiederum nur mit einem gesunden Gebiß möglich ist. Gebißverfall durch Karies und Parodontitis wird durch Zucker- und Stärkeverzehr verursacht (mehr darüber in dem Buch Gesunde Zähne).


 


 
Thomas Klein

Gesunde Zähne

Warum Zähneputzen nicht genügt
und richtige Ernährung so wichtig ist
 
Ein Wegweiser zum Erhalt schöner Zähne
ohne Karies, Parodontitis und Gebißdegeneration


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Die Nahrungsmenge

Bei Verzehr großer Nahrungsmengen werden die Nährstoffe pro Mengeneinheit schlechter aufgenommen und verwertet, ja es kann sogar zu Verdauungsstörungen kommen. Übermäßige Nahrungszufuhr führt zur Überlastung (mehr darüber in dem Artikel Das Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen).

Es ist stets von Vorteil, Nahrungsmittel wegzulassen, die nur zur Eß- und Naschsucht reizen.

 

Die Kapazität der Enzymsysteme

Die Verdauung erfordert die Ausschüttung von Enzymen. Die Kapazität dazu ist beschränkt – ein weiterer Grund, sich nicht durch zu viel Nahrung zu überlasten und die Enzymbildungskapazität auch langfristig zu erhalten.

Werden die Enyzmsysteme der Verdauungsorgane ständig überfordert, so läßt ihre Kapazität und damit die Verdauungskraft im Alter nach, denn auch die Enzymsysteme altern.

Obst und Gemüse sind reich an Enzymen und verdauen sich fast von selbst. Sie verweilen nur kurze Zeit im Magen und werden im Darm schnell und leicht verdaut. Die Nährstoffe werden mit geringer Verdauungsarbeit aufgenommen. Obst und Gemüse, frisch und im rohen Zustand, sind ideal, um die Verdauungskraft bis ins hohe Alter zu bewahren.

Nur bei Unverträglichkeit, zum Beispiel bei einer Fruktose-Intoleranz, kann es Probleme geben. Doch diese sind auf die Störung von Enzymsystemen zurückzuführen, meist infolge einer langjährigen Überlastung und Fehlernährung.

 

Die Verwertung von Nährstoffen durch die Zellen

Die Nährstoffe müssen nicht nur ins Blut, sondern in alle Zellen gelangen. Arteriosklerose, die Verdickung, Verhärtung und Verkalkung der Arterien aufgrund von Fehlernährung und übermäßigem Essen erschwert die Nährstoffversorgung.

Eiweißüberlastung führt zur Ablagerung von überschüssigen Proteinen in den Blutgefäßen und an den Basalmembranen. Der Diffusionswiderstand erhöht sich und die Versorgung mit Nährstoffen verschlechtert sich. Die degenerative Veränderung des Bindegewebes, vor allem dessen Verhärtung (Fibrose), verschlechtert die Nährstoffversorgung der Zellverbände, die auf den Stofftransport durch das Bindegewebe angewiesen sind.

Es nützt nur bedingt etwas, wenn zwar gute Nahrungsmittel zugeführt werden, aber einzelne Zellverbände und Gewebe nicht mehr richtig ernährt werden aufgrund degenerativer Veränderungen. Man denke nur an Leberzirrhose durch langjährigen Alkoholkonsum (Fibrose des Bindegewebes). – So wie eine Kette an ihrem schwächsten Glied reißt, so wird die Gesundheit durch die Leistungsfähigkeit des schwächsten Organs bestimmt.

 

Synergismen und Antagonismen von Vitaminen und Mineralstoffen

Vitamine und Mineralstoffe können sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder abschwächen. Die einseitige Steigerung der Zufuhr eines Nährstoffes, führt leicht zu einem relativen Mangel bei anderen Nährstoffen. Diese Gefahr besteht besonders bei Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

 

Synergismen und Antagonismen mit Makronährstoffen

Die Aufnahme fettlöslicher Vitamine verbessert sich durch ein gewisses Maß an Fett, während die Aufnahme von bestimmten Mineralstoffen verschlechtert wird. Die Wechselwirkungen sind vielfältig.

Noch ein Beispiel: Der Verzehr von Fabrikzucker und raffinierter Stärke läßt den Blutzuckerspiegel hochschnellen und führt zu starker Insulinausschüttung. Dies wiederum geht mit vermehrter Ausschüttung an knappen Mineralstoffen wie Magnesium einher. Hyperinsulinämie und Insulinresistenz, besonders bei Altersdiabetes, führen bei Verzehr von Fabrikzucker und Getreideprodukten zu erhöhten Magnesiumverlusten.

 

Die Belastung durch Stoffwechsel- und Umweltgifte

Toxische Elemente wie Fluor, Quecksilber oder Blei stehen in Konkurrenz zu lebensnotwendigen Elementen wie Magnesium, Kalzium oder Jod, deren Versorgung sich dadurch verschlechtert. Besonders fatal ist die Wirkung, wenn sich solche Gifte in den Geweben anreichern.

Auf die Zufuhr organischer Gifte wie Koffein im Kaffee, Nikotin im Tabakrauch oder alkaloidhaltige Drogen reagiert der Körper mit gesteigerter Stoffwechselrate, erhöhter Pumpleistung des Herzens und vermehrter Ausscheidung über die Nieren. Das Nervensystem schaltet auf Streß und das System der endokrinen Drüsen schüttet Streßhormone aus. Dabei gehen auch vermehrt lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe über die Nieren verloren.

Durchfall, verursacht durch Antibiotika, giftige Salze oder Bakteriengifte, verhindert die Aufnahme von Nährstoffen. Der Körper schaltet auf Durchgang, um diese Gifte schnellstmöglich auszuscheiden. Verdauung und Nährstoffverwertung sind bei solch einer kritischen Lage unbedeutend.

 

Die Lebensbedingungen

Bei Streß steigen Blutzuckerspiegel, Puls und Stoffwechselrate. Vitamin- und Mineralstoffreserven werden mobilisiert. Vitamine und Mineralstoffe werden dabei jedoch auch vermehrt ausgeschieden.

Die Verwertung von Nährstoffen ist von der Lebensweise abhängig. So wird Kalziumphosphat nur dann in die Knochen eingelagert, wenn diese auch belastet werden, etwa durch Krafttraining. Fehlt es daran, wird Knochenmasse tendenziell selbst bei guter Ernährung abgebaut.