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Phosphat


Thomas Klein - 9. Juni 2012
 

Phosphor
(P) ist ein Mineralstoff, der zu den Mengenelementen gehört. Phosphate sind Salze und Ester der Phosphorsäure.

Der normale Körperbestand beim Erwachsenen liegt bei etwa 600 bis 700 Gramm –  zu etwa 85 % in Knochen und Zähnen, 14 % in Weichgeweben und 1 % im Extrazellulärraum.

Die Knochen bestehen zu 40 % aus Hydroxylapatit, einem kalziumphosphathaltigen Kristall, das Dentin der Zähne zu 70 % und der Zahnschmelz zu 95 %.

 

Die Aufgaben von Phosphor im menschlichen Organismus

  • Bestandteil vieler wichtiger Moleküle im Organismus: z.B. Adenosintriphosphat und Adenosindiphosphat (ATP, ADP), Nukleinsäuren, Phospholipide
  • Für Energiestoffwechsel und Energiegewinnung in den Zellen erforderlich
  • Phosphorylierung, ein elementarer biochemischer Regulationsmechanismus
  • Weitergabe genetischer Informationen
  • Aktivierung einiger Enzyme
  • Mineralstoffwechsel
  • Puffersubstanz zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts in Blut, Körperflüssigkeiten und Urin
  • Knochenmineralisierung, Stützfunktion des Skeletts
  • Aufbau von Dentin und Zahnschmelz

Die Sentenz – ohne Phosphor kein Gedanke – ist richtig, doch nicht nur das Gehirn, sondern alle Zellen und alle Lebensprozesse erfordern Phosphor. Vielmehr müßte es heißen: Ohne Phosphor kein Leben.

 


 

Dr. med. Raimund von Helden

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Vitamin-D-Mangel ist die Ursache vieler Erkrankungen und weit verbreitet. Starker Mangel kann zu Krämpfen, Muskelzucken und Muskelschmerzen führen, zu Unruhe, Schlafstörungen und Depression, zu Erschöpfung, Schwäche, Rücken- und Kopfschmerzen, Kältegefühl in Händen und Füßen sowie Kreislauf- und Durchblutungsstörungen.
Bei all diesen Beschwerden und Erkrankungen ist oft eine schnelle Besserung und dauerhafte Heilung möglich.



















 

Phosphatspiegel im Blut

Im Blutplasma liegt Phosphor als Phosphat vor.

Bislang hieß es, das Phosphatgleichgewicht im Blut werde gemeinsam mit Kalzium gesteuert. Doch Phosphathaushalt und Phosphatausscheidung über die Nieren werden durch ein komplexes endokrines System reguliert. Das Schlüsselhormon zur Kontrolle des Phosphathaushaltes ist FGF23, das in den Knochenzellen (Osteozyten) gebildet wird.

Bei hohem Phosphatspiegel im Blut erhöht sich FGF23, wodurch die Phosphatausscheidung über die Nieren gesteigert wird (Hemmung der Rückresorption). Patienten mit Nierenschäden können anfangs den Phosphatspiegel noch im Normbereich halten, sofern nicht zu viel Phosphat aufgenommen wird. Übersteigt die Aufnahme jedoch das Ausscheidungsvermögen, steigt auch der Phosphatspiegel an und es werden schnell gefährlich hohe Werte erreicht.

Anhaltende Phosphatüberlastung ist eine wesentliche Ursache für viele degenerative Erkrankungen.

Bei erhöhtem FGF23 wird tendenziell auch die Aktivierung von Vitamin D zu Calcitriol vermindert (die aktive Form von Vitamin D). Das hat einen tendenziell negativen Einfluß auf den Kalziumhaushalt (schlechtere Kalziumaufnahme und erhöhte Kalziumverluste).

 

Normwerte

Die Beurteilung der Phosphatkonzentration des Blutes erfolgt meist zusammen mit der Kalziumkonzentration.

Der Normwert der Phosphatkonzentration im Blut beträgt:

  • für Erwachsene: 0,84-1,45 mmol/l (2,5 bis 5,0 mg/dl),
  • für Kinder ab einem Alter von einem Jahr: 1,10-2,0 mmol/l,
  • für Kinder bis zu einem Alter von einem Jahr: 1,56-2,8 mmol/Liter.

Phosphatüberlastung: Der Phosphatspiegel liegt im oberen Normbereich, was dennoch kritisch ist.

Hyperphosphatämie: Hohe Phosphatspiegel oberhalb der Normwerte.

Hypophosphatämie: Niedrige Phosphatspiegel unterhalb der Normwerte.

 

Der Phosphatgehalt in der Nahrung

Phosphat ist in allen natürlichen Nahrungsmitteln organisch gebunden vorhanden (Nukleinsäuren, Phospholipide, Phytinsäure).

Vor allem proteinreiche Nahrungsmittel enthalten wegen der erhöhten Konzentration an Nukleinsäuren viel Phosphor: Mageres Fleisch, magerer Fisch, Magermilch, fettarmer Käse, Quark, Eier. – In fettreichem Fleisch, Fisch und Käse hält sich der Phosphorgehalt wegen des geringeren Gehaltes an Nukleinsäuren in Grenzen.

Das Phosphat in tierischen proteinreichen Nahrungsmitteln wird im allgemeinen gut aufgenommen.

Milch und Käse hingegen enthalten neben Phosphat auch viel Kalzium, wobei durch Einwirkung der Magensäure ein Teil des Phosphats durch Kalzium gebunden und dadurch im Darm nicht aufgenommen wird.

Die Aufnahme im Darm verringert sich vor allem durch Kalzium und Magnesium. Auch Eisen und Aluminium binden Phosphat, so daß diese Moleküle ungenutzt über den Darm ausgeschieden werden. Man denke nur an kalzium- und aluminiumhaltige phosphatbindende Medikamente.

In Samen (Getreidekörner, Bohnen, Linsen, Erbsen, in geringerer Menge auch in manchen Ölsamen und Nüssen) ist Phosphor größtenteils in Phytinsäure gebunden und damit nicht verfügbar. Deshalb wird der Phosphor bei diesen Nahrungsmitteln nur schlecht aufgenommen.

Durch den teilweisen Abbau von Phytinsäure im Zuge der Sauerteiggärung wird zwar Phosphat freigesetzt, dennoch wird über Brot und Vollkornprodukte nur wenig Phosphat zugeführt, sofern dem Fertigmehl kein Phosphat extra zugesetzt ist.

Durch aktives Vitamin D in der Darmschleimhaut wird die Aufnahme des verfügbaren Kalziums und Phosphats verbessert. Die Aufnahme von gebundenem Kalzium und Phosphat kann durch Vitamin D hingegen nicht gesteigert werden. Bei Phosphatüberlastung wird die Aktivierung von Vitamin D gehemmt.

 

Phosphatzusatz bei Fabriknahrungsmitteln

Phosphate werden vielen Nahrungsmitteln zugesetzt und in dieser Form meist nahezu vollständig aufgenommen, sofern sie nicht durch Kalzium und Magnesium im Verdauungstrakt gebunden werden.

Verwendet werden Phosphate als Konservierungsmittel, Säuerungsmittel, Säureregulatoren, Emulgatoren, Stabilisatoren und Geschmacksverstärker:

  • Phosphorsäure (E 338),
  • Natriumphosphat (E 339),
  • Kaliumphosphat (E 340),
  • Calciumphosphat (E 341) und
  • Salze der ortho-Phosphorsäure Diphosphat (E 450), Triphosphat (E 451) sowie Polyphosphat (E 452).

 

Den folgenden Produkten wird meist reichlich Phosphat zugesetzt:

  • Schmelzkäse (als Schmelzsalz zwecks besserer Streichfähigkeit), Scheibletten
  • Backpulver
  • Cola und Süßgetränke (Phosphorsäure)

 

Phosphatzusatz in den meisten der folgenden Produkte:

  • Wurst (Streichwurst, Bratwurst, Weißwurst, Bockwurst, Schinkenwurst)
  • Fischkonserven
  • Fischstäbchen
  • Vegetarischer Brotaufstrich
  • Bäckerhefe
  • Kakaopulver
  • Fertigsuppen und Soßen
  • Fruchtsäfte (konserviert)

 

Phosphatzusatz bei einzelnen Produkten:

  • Fleisch, Fisch (Tiefkühlprodukte, Konservierung)
  • Hartkäse, Schnittkäse, Weichkäse
  • Brot, Gebäck (Fertigmehl)
  • Schokolade, Pralinen
  • sterilisierte, ultrahocherhitzte und eingedickte Milch, Milchpulver
  • Eipulver
  • Kartoffelmehlpulver

 

Der Zusatz von Phosphat oder Phosphorsäure muß nicht gesondert gekennzeichnet werden. Phosphate werden meist hinter der entsprechenden E-Nummer und der Angabe Konservierungsmittel, Säuerungsmittel, Emulgator oder Geschmacksverstärker verborgen.

Bioprodukte enthalten keine Phosphatzusätze.

In der Fleischindustrie werden Phosphate hauptsächlich als Konservierungsmittel eingesetzt.

Phosphate lockern die Struktur von Proteinen auf und ermöglichen die vermehrte Einbindung von Wasser. Phosphatsalze machen dadurch Schmelzkäse und Wurst streichfähig.

Phosphate verhindern das Zusammenklumpen rieselfähiger Lebensmittel wie Kaffee- und Puddingpulver.

Cola-Getränken und aromatisierten Erfrischungsgetränken sind oft größere Mengen an Phosphorsäure (E 338) als Säuerungsmittel zugesetzt. Sie dienen der Absenkung des pH-Wertes, um das Wachstum von Hefen, Pilzen und Bakterien und dadurch die Vergärung des Zuckers zu verhindern.

Cola-Getränke würden sich durch ungebremste Glykation des Zuckers pechschwarz verfärben. Phosphorsäure unterbricht die Reaktion, so daß die Cola nur eine eher dunkelbraune Farbe annimmt.

Der zulässige Phosphatgehalt in Cola-Getränken liegt bei 700 mg/l, zugesetzt werden meist etwas über 500 mg/l. Da das Phosphat in diesen Getränken leicht aufgenommen wird, ist die effektive Phosphatbelastung durch einen Liter Cola enorm, zumal weder Kalzium noch Magnesium enthalten sind. Auch die Zuckerlast ist enorm.

 

Bei billigen Phosphaten besteht zudem das Problem der Verunreinigung, etwa durch hochgiftiges Fluor, das eine hohe Affinität zu Phosphat besitzt und im Rohstoff des Phosphatgesteins in erheblichen Konzentrationen vorhanden ist. „Entfluorinierte“ Phosphate enthalten oft immer noch beträchtliche Fluormengen.

Auch Tierfutter wird vielfach Phosphat zugesetzt.

 

Überlastung und Mangel

Phosphatmangel ist selten, es sei denn, man ernährt sich einseitig weitgehend von alkoholischen Getränken, Süßigkeiten und Zucker, von Brot, Nudeln und Reis sowie Öl, Margarine und Fett. Auch bei künstlicher Ernährung ohne Phosphatzusatz kann es zu einem Mangel kommen.

In der Regel muß man sich um die Phosphorzufuhr jedoch keine Sorgen machen, ganz im Gegenteil.

 

Phosphatüberlastung ist recht häufig anzutreffen. Die durchschnittliche Phosphataufnahme ist heutzutage etwa doppelt so hoch wie noch vor 30 oder 40 Jahren. Schon bei reichlichem Verzehr von magerem Fleisch, Fisch und Käse (viel Protein und wenig Fett) können leicht kritische Werte erreicht werden.

Das eigentliche Problem sind allerdings Nahrungsmittel mit Phosphatzusätzen. Allein mit einem Liter Cola kommt man der kritischen Tagesdosis nahe. Die versteckten Phosphatzusätze in anderen Nahrungsmitteln kommen noch hinzu, ebenso das Phosphat, das in der Nahrung natürlicherweise enthalten ist.

Die Vermeidung einer Phosphatüberlastung ist einfach zu erreichen:

  1. Nahrungsmittel und Getränke mit Phosphatzusätzen weglassen.
  2. Proteinreiche tierische Nahrungsmittel beschränken (auch Proteinüberlastung ist auf Dauer gesundheitsgefährdend). – Lieber mehr Fett als zu viel Protein.
  3. Gemüse, Salat, Obst, Nüsse und Ölsamen sind stets eine gute Wahl, nicht zuletzt wegen ihrer meist recht hohen Mineralstoffdichte, wodurch auch die Schadwirkung übermäßiger Phosphatzufuhr begrenzt wird.
  4. Bioprodukte bevorzugen (diese enthalten keine Phosphatzusätze).
  5. Die Speisen wieder mehr selbst zu Hause zubereiten.

 

Absolute und relative Phosphatüberlastung

Absolute Phosphatüberlastung besteht, wenn kritische Blutwerte im oberen Normbereich erreicht oder sogar überschritten werden.

Von einer relativen Phosphatüberlastung ist auszugehen, wenn zwischen Phosphat einerseits sowie Kalzium und Magnesium andererseits ein Ungleichgewicht besteht, so daß ein relativer Kalzium- bzw. Magnesiummangel gefördert wird. Aufgrund seiner antagonistischen Wirkung kann übermäßige Phosphatzufuhr auch einen Mangel an Eisen, Zink, Mangan oder anderen Spurenelementen verstärken.

Also selbst wenn der Blutphosphatspiegel unauffällig ist (etwa im mittleren Normbereich), können bei mineralstoffarmer Ernährung, gestörter Aufnahme oder erhöhter Ausscheidung durch Phosphat durchaus Mangelzustände bei antagonistischen Mineralstoffen verschlimmert werden (multiples Mineralstoff-Mangelsyndrom).

Nach Linus Pauling können alle Krankheiten auf Mineralstoffmangel zurückgeführt werden. Zumindest werden sie dadurch wesentlich verschlimmert.

Ungleichgewichte können sich fatal auswirken. Deshalb ist es dem Verfasser unverständlich, weshalb hier und da immer noch behauptet wird, das Verhältnis von Phosphat zu Kalzium (oder Magnesium) sei irrelevant.

Man schaue nur auf die recht hohe Phosphordichte von Salat und Gemüse (Phosphormenge bezogen auf die Kalorien), oftmals mehr als bei vielen Nahrungsmitteln mit Phosphatzusatz. Da jedoch auch die Dichte an antagonistischen Mineralstoffen wie Kalzium und Magnesium relativ hoch ist, kann durch reichlichen Verzehr von Salat und Gemüse keine Phosphatüberlastung bewirkt werden, obwohl die zugeführten Phosphatmengen gewaltig sind und durchaus das Zwei- oder sogar Dreifache der zulässigen Tagesdosis erreichen können. Phosphataufnahme und Phosphathaushalt sind eben von vielen Parametern abhängig. Hingegen ruiniert der Konsum von Cola und Erfrischungsgetränken mit Phosphatzusatz die Gesundheit auch deshalb, weil es an antagonistischen Mineralstoffen fehlt und die Schadwirkung von Phosphat um so schwerer ins Gewicht fällt.

 

Alle Mineralstoffe müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Innerhalb gewisser Grenzen kann der Körper Ungleichgewichte beheben. Je reichhaltiger die Mineralstoffzufuhr im organischen Verbund, desto besser gelingt es ihm. Die einseitige Zufuhr von Mineralstoffpräparaten, Zusätzen oder Salzen kann das fragile Gleichgewicht jedoch leicht stören. Das ist das Problem bei relativer Phosphatüberlastung.




Phosphatüberlastung und Hyperphosphatämie (zu viel Phosphat im Blut)

Gesundheitsrisiko durch Phosphatzusätze in Nahrungsmitteln

Pathophysiologisch bewirkt Phosphat in erster Linie Gefäßschäden wie beispielsweise eine endotheliale Dysfunktion und Kalzifikationen.
In der Vergangenheit wurde vermutet, dass Phosphat lediglich dadurch gesundheitlich nachteilig ist, dass es zu Verkalkung von Gefäßen und Organen führt. Neuere Einsichten in die hormonale Regulation des Phosphatstoffwechsels belegen, dass die erst vor kurzem nachgewiesenen Faktoren Fibroblast Growth Factor-23 (FGF23) und Klotho die Serumphosphat-Konzentration kontrollieren, dass Phosphat direkt oder über diese hormonalen Faktoren mit nachhaltigen Schädigungen kardiovaskulärer Organe assoziiert ist und im Tierversuch sogar Alterungsvorgänge beschleunigt.

Bereits Phosphatspiegel im oberen Normbereich sind bei Patienten mit Arteriosklerose selbst bei gesunden Nieren mit erhöhter Morbidität (Krankheitsanfälligkeit) und Mortalität (Sterblichkeit) verbunden.


Phosphat - das unterschätzte Gift im täglichen Essen

Aber laut den Studien, welche die Experten gesichtet haben, haben auch schon gesunde Menschen, die zu viel Phosphat im Blut haben, ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. "Wer zu viel Phosphat zu sich nimmt, altert schneller", sagt Dr. Matthias Riedl, Ernährungsmediziner in Hamburg. "Es verändert die Innenfläche der Gefäße, so wie wir es von der Arterienverkalkung kennen. Die Fähigkeit der Gefäßoberfläche, elastisch zu bleiben, wird beeinträchtigt. Dadurch steigt die Gefahr zum Beispiel für einen Herzinfarkt. Und die Schädigung der Gefäße scheint auch Auswirkungen auf die Muskeln und die Haut zu haben, sodass sie schneller altern. Außerdem steigt bei einem hohen Phosphatspiegel im Blut das Risiko für eine Osteoporose."


Das versteckte Phosphat

Fleisch, Wurst, Backwaren und Süßes - in vielen Lebensmitteln steckt unnötig viel Phosphat, das auf die Nieren schlagen kann.

Immer mehr Menschen in Deutschland haben zu hohe Phosphat-Spiegel im Blut. Vor allem Nieren-Patienten leiden nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten oft unter einer sogenannten Hyperphosphatämie.

Nicht nur die Nieren leiden unter ständiger Phosphatüberlastung des Blutes, vielmehr wird die Schädigung aller Arterien im gesamten Körper gefördert.

Bereits eine Blutphosphatkonzentration im oberen Normbereich birgt ein erhöhtes Sterberisiko (wegen der Förderung von Arteriosklerose). Das heißt, der Normbereich ist wegen der weitverbreiteten Phosphatüberlastung zu hoch angesetzt.

Bei Hyperphosphatämie verbindet sich Phosphat mit freiem ionisiertem Kalzium (Calcium), was dosisabhängig zum Ausfall von Kalziumphosphat führt und dadurch die Verkalkung von Blutgefäßen fördern kann. Auch die Nieren sind oft betroffen.




Hyperphosphatämie: Überhöhte Phosphatspiegel im Blut.

Hyperphosphatämie entsteht bei massiver Phosphatzufuhr, massiver Freisetzung von Phosphat durch Gewebszerstörung, verminderter Phosphatausscheidung bei fortgeschrittenem Nierenversagen und Zuständen mit einer gesteigerten Phosphatrückresorption durch die Nieren. Der Anstieg des Serum-Phosphats führt zur Ablagerung von Calciumphosphat in Blutgefäßen und Geweben. Bei der akuten Hyperphosphatämie stehen die Symptome des Calcium-Abfalls im Vordergrund: Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen, die sogar zum Tode führen können. Die chronische Hyperphosphatämie führt zu Verkalkungen von Geweben und Blutgefäßen, die zu Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall führen können. Die Behandlung der akuten Hyperphosphatämie erfolgt durch Kochsalz-Infusion und Dialyse. Die Behandlung der chronischen Hyperphosphatämie erfolgt durch phosphatarme Diät und Medikamente, welche in der Nahrung vorhandenes Phosphat im Darm binden. Der obere Grenzwert für anorganisches Phosphat im Blutserum liegt für Erwachsene bei 1,45 mmol/l (5 mg/dl).




Vorsicht mit medikamentöser Behandlung der Hyperphosphatämie

Phosphatbinder sollen das Phosphat bereits im Magen-Darm-Trakt binden und so dessen Aufnahme verhindern.

Aluminiumhaltige Phosphatbinder wirken schon in geringer Dosis. Allerdings kommt es auch zu einer erhöhten Aluminiumaufnahme und Aluminiumbelastung des Blutes. Durch Aluminiumüberlastung werden langfristig degenerative Schäden gefördert. Besonders leicht geschädigt werden Gehirn und Nervensystem, was neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz zur Folge hat.

Kalziumhaltige Phosphatbinder müssen oft sehr hoch dosiert werden, was mit einer hohen Kalziumbelastung verbunden ist, die Verkalkung von Blutgefäßen, weichen Geweben und Nieren fördert und auch zur Schädigung der Knochen führt. Es kommt durch Kalziumüberlastung zu einem relativen Mangel an Magnesium und anderen Mineralstoffen.

Auch Polymere werden als Phosphatbinder verwendet.