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Naschsucht und Eßsucht

 

 

Beim Verzehr großer Nahrungsmengen werden die Nährstoffe pro Mengeneinheit schlechter aufgenommen und verwertet, ja es kann sogar zu Verdauungsstörungen kommen. Übermäßige Nahrungszufuhr führt zur Überlastung (mehr darüber in dem Artikel Das Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen).

Vorteilhaft ist es, Lebensmittel mit geringer Kaloriendichte zu bevorzugen, geruhsam zu essen und gut zu kauen, weil sich der Sättigungsreflex erst nach einiger Zeit einstellt. Wer langsam ißt, hört bei geringerer Nahrungsmenge mit dem Essen auf und vermeidet Überlastung.

Die Sättigung wird wesentlich durch die Füllung des Magens ausgelöst. Faserstoffe in Kombination mit Wasser, wie bei Obst und Gemüse, vermitteln ein gutes Sättigungsempfinden, was bei konzentrierten Nahrungsmitteln ohne Faserstoffe nicht der Fall ist (Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Öl, Margarine, Käse).

Salz, Gewürze und Geschmacksstoffe reizen zum Verzehr von Nahrungsmitteln, die man sonst nicht essen würde. Völlerei und Überlastung werden gefördert. Was ohne Salz, Gewürze und Geschmacksverstärker wie Natriumglutamat nicht schmeckt, ist minderwertig und sollte lieber nicht gegessen werden – zumindest nicht, wenn man auch im Alter gesund bleiben möchte.

Fabrikzucker und Süßigkeiten, aber auch Honig fördern die Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) und die anschließende Unterzuckerung. Dadurch reizen sie zur Naschsucht.

Brot, Gebäck und Mehlspeisen haben gleichfalls eine hohe glykämische Wirksamkeit, werden jedoch in größeren Mengen gegessen. Das gilt auch für die vermeintlich gesunden Vollkornerzeugnisse.

Getreide, vor allem Weizenkörner, enthalten morphiumähnliche Stoffe, die an die Opiatrezeptoren der Hirnzellen ankoppeln. Das erzeugt Eßsucht, ja sogar Freßsucht. Wenn keine Getreideprodukte verfügbar sind, kommt es zu Entzugssymptomen. Deshalb ist die Überwindung der Brotsucht ebenso schwierig wie die Überwindung der Nikotinsucht oder der Koffeinsucht.

Die suchterregenden Exorphine sind im Getreideprotein enthalten. Da Weißmehlprodukte aus Weizen zu etwa 10 Prozent aus Protein bestehen, bezogen auf die Kalorien, Vollkornprodukte hingegen durchschnittlich zu 18 Prozent, geht vom Vollkornbrot eine größere Suchtgefahr aus. Vollkorn ist sozusagen die härtere Droge.

Ebenso können Süßstoffe über das Hormonsystem die Eßsucht steigern. Sie enthalten zwar keine Kalorien, doch sie können das Verlangen nach kalorienreichen Nahrungsmitteln erhöhen.

Auch Casomorphine in Käse und anderen Milchprodukten verführen zur Eßsucht, zum Essen ohne Hunger.