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Medizin und Gesundheitslehre


Thomas Klein - 11. Februar 2012


Die einzig logische Medizin ist jene,
welche die Gesetze der Gesundheit lehrt.
Dr. Paul Carton

Medizin (lateinisch ars medicinae) bedeutet Heilkunde, sie ist die ärztliche Kunst und Wissenschaft von der Wiederherstellung der Gesundheit, die Lehre von der Erkennung und Heilung von Krankheiten und Verletzungen.

Die Gesundheitslehre umfaßt mehr, sie ist die Wissenschaft von der Bewahrung der Gesundheit. Natürliche Gesundheitslehre besagt, daß wir unsere Gesundheit am sichersten erhalten, wenn wir einer natürlichen Lebensweise und naturgemäßen Ernährung folgen, wenn jederzeit alle Lebensbedürfnisse erfüllt werden.

Die Natürliche Gesundheitslehre zeigt, wie wir das Feuer der Krankheit vermeiden. Und da es vernünftiger ist, Brände zu verhüten als sie zu löschen, ist Vorbeugen besser als Heilen. Deshalb steht die Gesundheitslehre über der Medizin, wenngleich eine gute Feuerwehr Gold wert ist. Spätestens wenn es brennt, wissen wir die Feuerwehrmänner zu schätzen, ja erscheinen sie uns oft als Retter.

Medizin kann nur dann heilsam sein, wenn sie den Naturgesetzen folgt, die von der Gesundheitslehre beschrieben werden. Unheilvoll ist es, wenn die Naturgesetze verletzt werden, wenn versucht wird, Brände mit Benzin zu löschen, wenn bei der Brandbekämpfung neue Brände gelegt werden. - Und wie oft sind Arzneimittel schlimmer als die Krankheiten, gegen die sie verschrieben werden. Arzneimittel, die einen Gesunden zugrunde richten, können einem Kranken niemals zur Gesundheit verhelfen.

Die echte Naturheilkunde (nicht zu Verwechseln mit dem Verschreiben von Kräutern oder vermeintlichen Naturheilmitteln) ist die Grundlage jeder guten Medizin, wobei der Naturheilkundige nach einer ganzheitlichen Methode strebt. Dazu gehört, bei konstruktiven Krankheiten nichts zu tun und auf die Selbstheilung des Patienten zu vertrauen.

Überhaupt ist es besser, nichts zu tun als etwas falsches. Und wie oft kommt es von allein zur Heilung, wenn vernachlässigte Lebensbedürfnisse erfüllt werden.

Medizinische Behandlungen können nur bei richtiger Diagnose zur Heilung verhelfen. Viele meinen, es genüge, den Beschwerden und Leiden eine zutreffende Bezeichnung zu geben und dann nach Schema Null-Acht-Fünfzehn eine Behandlung zu verordnen. Doch Diagnose bedeutet Erkenntnis und entscheidend ist das Erkennen der Krankheitsursachen, damit diese abgestellt werden können. Nur so ist echte Heilung möglich.

Es ist ein Irrweg, an Symptomen herumzudoktern, anstatt nach den Ursachen des Leidens zu suchen. Die Symptombekämpfung, das Unterdrücken von Schmerzen ist ebenso unvernünftig, wie bei einem Feuer die Alarmsirene auszuschalten, anstatt den Brand zu löschen.


Wirksame Medizin

Es ist viel von Schulmedizin und alternativer Medizin die Rede, von allopathischer und homöopathischer Medzin, von chinesischer Medizin, Ayurveda-Medzin aus Indien und dergleichen. Doch diese Bezeichnungen sind wenig hilfreich. Entscheidend ist, ob die Medizin wirksam, unwirksam oder schädlich ist.

Unwirksame Medizin ist letztlich insofern schädlich, da sie Zeit und Geld kostet, da die Patienten ihre Hoffnung auf Heiler und unwirksame Behandlungen richten und davon abgehalten werden, nach der Ursache ihrer Leiden und Beschwerden suchen.

Ob Medizin wirksam ist, ist gar nicht so leicht auszumachen. Der Patient ist geneigt, die Wirksamkeit der Medizin danach zu beurteilen, ob sie ihm hilft. Doch das ist trügerisch. Dem Alkoholiker, der unter Entzugserscheinungen leidet, hilft es zunächst, wenn er endlich wieder ein Glas Schnaps hinterkippen kann. Doch dadurch bessert sich sein Gesundheitszustand keineswegs.

Vor Irrtümern und Trugschlüssen ist man auch dann nicht gefeit, wenn man wissenschaftlichen Grundsätzen folgt, von Täuschung und Betrug im Anschein der Wissenschaftlichkeit ganz zu schweigen, wobei die Selbsttäuschung daran oft großen Anteil hat.


Evidenzbasierte Medizin

Die evidenzbasierte Medizin erfordert einen empirisch gesicherten
Wirksamkeitsnachweis von Medikamenten und Behandlungen. Doch was wirksam ist, hängt vom Standpunkt des Betrachters, seinen Beurteilungskriterien und seiner Theorie ab.

Evidenzbasiert erscheint die Erde als eine Scheibe, zumindest im Flachland. In der evidenzbasierten Astronomie dreht sich die Sonne um die Erde. Man kann sich davon täglich an jedem Ort überzeugen (solange Wolken nicht die Sicht auf die Sonne versperren). Bei einer falschen Theorie wird man auch bei umfangreichen, statistisch gesicherten und wiederholten Beobachtungen falsche Schlüsse ziehen. Das gilt für die Geographie und Astronomie ebenso wie für die Medizin.

Gute Medizin erfordert also richtige Theorien, das richtige Verständnis von Gesundheit und Krankheit, von konstruktiven und destruktiven Erkrankungen, von Ursache und Wirkung.





Gerald Hüther: Prävention: Selbstheilungskräfte aktivieren 
Die ärztliche Kunst besteht darin, den Prozess der Selbstheilung zu unterstützen – auf körperlicher Ebene ebenso wie auf psychischer Ebene. Denn beide sind untrennbar miteinander verbunden.