Skip to Content

Leinöl


Leinöl

Der gesundheitliche Wert von Leinöl besteht in dem hohen Gehalt an Alpha-Linolensäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure (Omega-3-Fettsäure).

Werden vermehrt diese Omega-3-Fettsäuren mit der Nahrung aufgenommen und in die Zellmembranen eingebaut, verbessern sich die Fluidität und Durchlässigkeit der Zellmembranen: Nährstoffe und Sauerstoff gelangen leichter in die Zelle, Stoffwechselgifte können besser aus der Zelle beseitigt werden. Dies ist ein wichtiger Faktor für die Erhaltung gesunder Zellen, Gewebe und Organe.
Aus diesem Grunde ist es ratsam, wirklich kaltgepreßtes Leinöl in seine tägliche Kost einzubeziehen.

Je kühler das Klima am Ort des Anbaus, desto höher ist auch der Gehalt dieser wichtigen Alpha-Linolensäure. Deshalb ist es oft besser, Leinsamen für die Ölpressung aus heimischem Anbau zu verwenden als Importware aus wärmeren Ländern.


Bezugsquellen für Leinöl

Die Qualität von Leinöl hängt von der Qualität des Leinsamens und einer schonenden Pressung ab. Die Temperatur sollte dabei möglichst nicht über 40°C liegen, weder bei der Vorbehandlung der Leinsaat noch beim Pressen.

Bei hohen Preßtemperaturen wird ein Teil der ungesättigten Fettsäuren oxidiert. Besonders empfindlich sind die mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie die Alpha-Linolensäure, die im Leinöl reichlich vorkommt.

Die Temperatur beim Pressen ist vom Druck abhängig. Das gilt für Schneckenpressen und Stempelpressen gleichermaßen. Geringere Temperaturen müssen mit einer geringeren Ausbeute erkauft werden. Deshalb ist schonend gepreßtes Öl wegen des höheren Rohstoffeinsatzes teurer. Diese geringen Mehrkosten sollten Gesundheitsbewußte allerdings nicht scheuen. Es ist besser, weniger Öl zu konsumieren, dafür auf höchste Qualität Wert zu legen.

Die Bezeichnung kaltgepreßt ist nicht geschützt und nicht in jedem Fall verläßlich. Es empfiehlt sich, sein Öl dort zu kaufen, wo man sich davon überzeugen konnte, daß es wirklich kaltgepreßt ist (bei unter 40°C).

Leinöl sollte möglichst frischgepreßt direkt von der Ölmühle bezogen, kühl aufbewahrt (im Tiefkühlfach oder Kühlschrank) und innerhalb weniger Wochen verbraucht werden, auch wenn die Mindesthaltbarkeitsdauer drei Monate beträgt. Denn die hochungesättigten Fettsäuren im Leinöl oxidieren durch Luftsauerstoff. Das Öl kann bei unsachgemäßer Lagerung (Wärme, geöffnete Flasche) ziemlich schnell "umkippen". Wenn es sich verändert hat und unangenehm schmeckt, ist es verdorben.

Einige Hersteller füllen Leinöl sogar unter Sauerstoffabschluß ab. Dadurch kann die originalverpackte Ölflasche länger ohne Qualitätseinbuße aufbewahrt werden, was besonders für den Handel wichtig ist.

Einige Bezugsquellen für gute Öle:
Burger Leinöl  
Ölmühle Ditzingen 
Rapunzel (Oxyguard, Abfüllung unter Sauerstoffabschluß)
Bodensee-Ölmühle 
Leinöl nach Dr. Johanna Budwig  

Hier einige Ölmühlen, die noch traditionell Stempelpressen benutzen. Allerdings ist wegen der diskontinuierlichen Arbeitsweise das Öl meist etwas teurer.
Ölmühle Fandler 
Ölmühle Walz 


Der mitunter leicht bittere Geschmack von Leinöl ist auf das cyanogene Glykosid Linamarin zurückzuführen, das im Keimling und der Schale vorkommt und das im Leinsamen zu 0,1 bis 0,8 % enthalten ist. Durch das ebenfalls enthaltene Enzym Linase könnten daraus 8 bis 32 mg Blausäure pro 100 g Leinsaat freigesetzt werden. Dieses Enzym wird im sauren Milieu des Magens inaktiviert, so daß nur minimale Mengen an Blausäure gebildet werden.

Wenn Leinöl einen etwas bitteren Nachgeschmack hat, so liegt das am Linamaringehalt der Leinsamen, der je nach Herkunft unterschiedlich ausfallen kann, aber unbedenklich ist.

Der Verzehr von Leinsaat ist bei den üblichen Mengen ebenfalls unbedenklich.