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Kenndaten Übergewicht und Fettleibigkeit

 

Kenndaten zum Übergewicht und zur Fettleibigkeit

 

Der Körpermasse-Index (Body-Mass-Index, BMI)

Der Körpermasse-Index erlaubt eine Orientierung und die Einteilung in Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas). Diese Kennziffer hat den Vorteil, sich leicht aus zwei bekannten Größen, dem Körpergewicht und der Körpergröße, errechnen zu lassen.

Ein BMI von unter 18,5 zeugt von Untergewicht. Das entspricht bei 1,80 Meter Körpergröße einem Körpergewicht von 60 kg (siehe Schaubild), was als kritische Untergrenze zu werten ist.

Der obere Grenzwert wird bei einem BMI von 25 angegeben, was bei 1,80 m Größe und einem Gewicht von 80 kg erreicht ist. Alles, was über BMI 25 liegt, wird demnach als Übergewicht definiert. Über BMI 30 spricht man von Fettleibigkeit.

Doch ob die obere kritische Grenze wirklich bei BMI 25 anzusetzen ist, hängt von der Muskelmasse ab. Denn entscheidend ist letztlich, welche Fettmasse vorhanden ist. Ein muskulöser und athletischer Mann mit geringem Körperfettanteil liegt auch bei BMI 25 im grünen Bereich, während bei geringer Muskelmasse die obere kritische Schwelle bereits bei BMI 21 oder 22 erreicht ist.

Männer haben bei optimaler Statur mehr Muskelmasse und weniger Fett als Frauen. Deshalb muß auch die BMI-Einteilung für Frauen anders als für Männer aussehen. Bei Frauen sollte die untere Grenze eher bei BMI 19,0 oder 19,5 gezogen werden und die obere bei 24 oder 25. Bei Männern ist ein unterer Grenzwert von 18,5 sinnvoll und je nach Muskelmasse ein oberer von BMI 21 bis 25 (bei extremer Muskelmasse auch darüber).

Doch gesund ist eine extrem hohe Muskelmasse auch nicht, denn ihre Erhaltung erfordert eine hohe Proteinzufuhr, hartes Training und hohe Kalorienzufuhr (besonders beim Training, aber auch in Ruhe verbraucht Muskelgewebe viel Energie). Eine erhöhte Stoffwechselrate, verbunden mit hohem Protein- und Kalorienkonsum verkürzen die Lebensdauer.

 

 

Der optimale Körperfettanteil

Männer: Hochleistungssportler haben einen Körperfettanteil von 5 bis 9 Prozent, bei Sportarten, bei denen das Körpergewicht weniger maßgeblich ist, auch etwas mehr (zum Beispiel bei Schwimmern).

Beim Langstreckenlauf, Turnen oder Kampfsportarten (Boxen, Ringen, Judo) hingegen ist Körperfett von Nachteil (bei Kampfsport kommt man sonst in eine höhere Gewichtsklasse, wo sich die Chancen für Sportler mit höherem Körperfettanteil verschlechtern). Deshalb liegt der optimale Körperfettanteil bei diesen Sportarten eher bei 5 bis 6 Prozent.

Für Männer ist ein Körperfettanteil von 5 bis 10 Prozent als optimal anzusehen, 10 bis 15 Prozent sind akzeptabel. Alles, was darüber liegt, ist zu viel.

Lebensnotwendig ist für Männer ein Körperfettanteil von 2 bis 5 Prozent.

 

Frauen brauchen mindestens einen Körperfettanteil von 10 bis 12 Prozent, ansonsten kann die Fortpflanzungsfähigkeit darunter leiden.

Bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter ist ein Körperfettanteil von 12 bis 20 Prozent als optimal anzusehen, viel mehr als 20 Prozent sollten es allerdings nicht sein.

In der zweiten Lebenshälfte ist es ratsam, einen Körperfettanteil von etwa 15 Prozent anzustreben, aber auch 20 Prozent sind akzeptabel.

Viele junge Frauen folgen heutzutage einem seltsamen Schönheitsideal, das auf einen Körperfettanteil von unter 10 Prozent hinausläuft. Meist fehlt ihnen auch noch die Muskulatur, wodurch sie abgemagert und unschön wirken, mitunter sogar ausgezehrt und krank. – Das Ziel sollte vielmehr eine schlanke Statur mit einer guttrainierten Muskulatur sein.

 

Bauchumfang

Ein erhöhter Bauchumfang, bei Frauen von über 80 cm, bei Männern von über 94 cm, gilt als wichtiger Risikofaktor für das Auftreten von Krankheiten, wie Koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Diabetes mellitus Typ 2 und Krebs. Je dicker der Bauch, desto höher das Risiko.

 

Das Taille-Hüft-Verhältnis

Waist-hip ratio, Waist-to-hip ratio (WHR)

Das Taille-Hüft-Verhältnis (THV) gibt das Verhältnis von Bauch- zu Hüftumfang an.

Es handelt sich ähnlich wie beim Bauchumfang um einen Risikoindikator für Arteriosklerose und Folgeerkrankungen sowie Diabetes Typ 2 und Krebs.

 

Verhältnis von Taillenumfang und Körpergröße

Taille-zu-Größe-Verhältnis, WHtR (Waist to Height Ratio)

Es wird berechnet durch das Verhältnis von Taillenumfang und Körpergröße und ist ähnlich wie Taille-Hüft-Verhältnis und Bauchumfang ein besserer Risikoindikator als der Körpermasse-Index.