
Der Einfluß des Mondes auf das Leben
Der Mondzyklus dauert 29,5 Tage; die weibliche Fruchtbarkeitsperiode 28 bis 30 Tage – Zufall? Die Antwort auf diese Frage steht noch aus. Dreihundert verschiedene statistische Untersuchungen haben noch keinen eindeutigen Nachweis erbracht.
Eine Kieselalge aus der Familie der Bacillariophyceae kriecht bei Ebbe aus dem Sand und kurz vor der Flut verschwindet sie wieder. Dieses Auf und Ab ist nicht direkt durch Flut und Ebbe verursacht, sondern wird vom Mond angeregt, denn diese Alge hält sich an diesen Rhythmus auch im Sandkasten fernab vom Meer.
Wenn sich Ährenfische zu Tausenden an den Strand spülen lassen, um im Sand zu laichen, so geschieht das nur zwischen Mai und September und stets zu Zeiten der höchsten Flut, der Springflut, wenn sich die Gravitationskraft von Sonne und Mond addieren. Die jungen Fische entwickeln sich und schlüpfen rechtzeitig, um mit der nächsten Springflut ins Meer zurückzukehren.
Palolowürmer hausen in selbstgebauten Höhlen in den Korallenriffen der Südsee und rühren sich ihr ganzes Leben kaum von der Stelle. Ihr Fortpflanzungsverhalten ist raffiniert. Einmal im Jahr, genau am Tag vor dem letzten Mondviertel zwischen Mitte Oktober und Mitte November, stoßen männliche und weibliche Würmer ihre Hinterenden mit Spermien und Eiern ab, damit diese im flachen Wasser der Lagunen befruchtet werden. Das klappt nur, weil alle Würmer die Jahreszeit und die Mondphase über die Gravitationskräfte wahrnehmen und zur gleichen Zeit ihre Spermien und Eikapseln abstoßen.
Die Zuckmücke Clunio lebt in der Brandungszone tropischer Meere, aber nur eine Stunde lang. Sofort nach dem Schlüpfen müssen sie sich paaren und die Weibchen ihre befruchteten Eier ablegen. Für die Paarung müssen die Mücken beim günstigen Wasserstand einer besonders niedrigen Nipptide genau zur gleichen Zeit aus ihren Puppen schlüpfen. Diese Gleichzeitigkeit gelingt diesen Mücken nur mit Hilfe des Mondes. Sie schwärmen nur in den Abendstunden bei besonders niedriger Nipptide (Neumond) umher.
Quelle: Joseph Scheppach: Am Himmel ist die Hölle los.