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Das Adipositas-Paradoxon



Das vermeintliche Adipositas-Paradoxon

 

Adipositas (lat. adeps – Fett) bedeutet Fettleibigkeit.

Je stärker Übergewicht und Fettleibigkeit ausgeprägt sind, desto schlechter sind die gesundheitlichen Aussichten und desto geringer die durchschnittliche Lebenserwartung.

 

Die meisten Menschen sind zu fett, vor allem im Alter. Daran ändern auch beschönigende Bezeichnungen wie Wohlfühlgewicht nichts. Wirklich wohl fühlt man sich nur, wenn man keine unnötigen Fettmassen mit sicher herumschleppen muß.

Allerdings haben leicht Übergewichtige eine höhere Lebenserwartung als Abgemagerte. Das widerspricht der obigen Aussage und wird als Adipositas-Paradoxon bezeichnet.

Doch die Tatsache, daß leicht Übergewichtige eine höhere Lebenserwartung haben als stark abgemagerte Menschen, ist nicht verwunderlich. Denn unter ihnen befinden sich viele schwerkranke Patienten mit sehr geringer Lebenserwartung, welche die durchschnittliche Restlebensdauer der Untergewichtigen nach unten ziehen.

Typisch für Abmagerung und Auszehrung sind

  • Krebserkrankungen im fortgeschrittenen Stadium (Tumorkachexie),
  • AIDS,
  • COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung mit respiratorischer Insuffizienz und pulmonaler Kachexie, mit Husten, vermehrtem Auswurf und Atemnot),
  • rheumatoide Arthritis (rheumatoide Kachexie),
  • chronische Herzinsuffizienz (kardiale Kachexie),
  • anhaltende Entzündung der Bauchspeicheldrüse (chronische Pankreatitis)
  • oder der Darmschleimhaut (Enteritis mit gestörter Nährstoffaufnahme).

Viele Menschen magern im hohen Alter ab (senile Kachexie), was gleichfalls mit geringer restlicher Lebensdauer verbunden ist.

Ebenso sind viele Drogensüchtige ausgezehrt.

Auch bei geringer Kalorien- und Proteinzufuhr kommt es zur Abmagerung. Ein anhaltender Proteinmangel, aus welchen Gründen auch immer, führt früher oder später zu einem meist allmählichen Niedergang der Lebensfunktionen und schließlich zum Tode, wenn die Proteinzufuhr nicht gesteigert wird.

 

Wird die krankheitsbedingte Abmagerung ausgeklammert sowie jene, die durch zu geringe Kalorien- und Proteinzufuhr verursacht ist, so haben schlanke Menschen, die nicht untergewichtig sind, die höchste Lebenserwartung und die besten gesundheitlichen Aussichten. Von diesem Optimum ausgehend verschlechtern sich mit zunehmendem Körpermasse-Index die gesundheitlichen Perspektiven und die Lebenserwartung verringert sich.